Trachtenverein HittisauTrachtenverein Hittisau

Trachtenverein Hittisau

Die Tracht

Die Bregenzerwälder Frauentracht reicht bis ins 15. Jahrhundert zurück, und ihr Erscheinungsbild hat sich über die Jahrhunderte kaum verändert. Wir tragen sie, wir pflegen sie, und hier steht, was an ihr besonders ist.

Bregenzerwälder Trachten bei einer Ausstellung

Das Herzstück der Tracht

Die Juppe

Ursprünglich wurde die Juppe aus Rohleinen gefertigt, und vom vielen Waschen war sie weiß. Schwarz gemacht hat sie erst der Einfluss der spanischen Mode. Heute wird sie aus schwarzer Glanzleinwand hergestellt, vielfach auch aus pflegeleichtem Trevira.

Das Glanzleinen dafür gibt es nirgends sonst im Alpenraum. Gefertigt wird die Leinenjuppe ausschließlich in der Juppenwerkstatt Riefensberg, wenige Kilometer von Hittisau entfernt. Der Stoff ist viereinhalb bis fünfeinhalb Meter lang. Gelegt wird er dann in rund fünfhundert Falten, und bis daraus eine fertige Juppe wird, braucht es noch viele Arbeitsschritte der Kunsthandwerkerinnen.

Seit 2021 stehen die Herstellung und das Tragen der Bregenzerwälder Juppe im Verzeichnis des immateriellen Kulturerbes in Österreich.

Trachtengruppe und Kindertrachtengruppe Hittisau in der roten Juppe

Unsere Tracht

Die rote Juppe

Die Juppe mit rotem Mieder tragen unsere Trachtengruppe und unsere Kindertrachtengruppe. Gefertigt wird sie meist aus Trevira. Der Stoff ist strapazierfähiger und pflegeleichter, und das merkt man bei einem Auftritt.

Zur rot gemiederten Juppe gehören immer weiße Ärmel. Die Stickereien sind farbig gemustert und einfacher gehalten, der Gürtel trägt meist eine einfache Schnalle. An Werktagen kommt eine blaue Schürze dazu, und statt des schwarzen Halsbandes wird ein blaues Seidentuch getragen.

Historische Aufnahme: Trachtenträgerinnen und Trachtenträger in schwarzer Juppe

Sonntag und Festtag

Die schwarze Juppe

Die Juppe mit schwarzem Mieder wird fast ausschließlich aus Leinen genäht. Diese Glanzjuppe kommt an Sonn- und Feiertagen zum Einsatz, bei Hochzeiten und bei großen Festen.

Am Gürtel sitzen vielfach drei kostbare Schnallen, und die Stickereien der Festtagstracht sind meist sehr exklusiv. Die Kopfbedeckung wählt die Trägerin nach Anlass, die Ärmel sind farbig und werden nach ihrem Geschmack genäht.

Eine komplette Tracht kostet je nach Ausführung und Ausstattung mehrere tausend Euro. Neu gekauft wird sie deshalb selten, meistens geht sie halt über Generationen weiter.

Historische Aufnahme: zwei Männer in Bregenzerwälder Männertracht

Fast vergessen

Die Männertracht

Über die Juppe ist ja viel geschrieben worden, über die Männertracht wenig. Sie ist früh aus dem Alltag verschwunden, weil viele Männer den Bregenzerwald verlassen haben. Inzwischen sieht man sie fast nur noch bei Musik- und Trachtenvereinen.

Dazu gehören der schwarze Wälderhut aus Filz mit der leicht aufgebogenen Krempe, ein roter Brustfleck, die schwarze Kniebundhose aus Wollstoff, blaue Stutzen und schwarze Halbschuhe. Darüber der Rock mit den Knopfreihen, je nach Stück braun, blau, schwarz oder grün.

Bei uns gehört sie zum Auftritt, bei den Tänzern wie bei den Buben der Kindertrachtengruppe.

Stickerei am roten Mieder einer Bregenzerwälder Juppe, Detailaufnahme

Handarbeit

Stickerei und Schmuck

Die Stickerei am Mieder ist die Handschrift jeder Juppe. Gold- und Silberfäden, farbige Blüten, Ranken und Perlen: keine gleicht der anderen, und keine entsteht an der Maschine.

Dazu kommen die Schnallen am Gürtel, das Halsband, die Kopfbedeckung und der Filigranschmuck. Für jedes dieser Teile gibt es eigene Fachleute, für die Stickerei, für die Knüpfarbeit, für die Hüte und für die Goldschmiedearbeit.

Wer eine Tracht erbt und nicht weiß, was sie wert ist oder wie sie gepflegt gehört, fragt am besten bei uns nach oder gleich in der Juppenwerkstatt.